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Mental Load Test: zwölf Fragen, die zeigen, wie viel du trägst

31. Oktober 20264 Minuten

Eine Hand schreibt eine Liste in ein aufgeschlagenes Notizbuch

Mental Load lässt sich schlecht in Stunden messen. Zwei Menschen können am selben Abend dieselbe Zeit im Haushalt verbringen, und eine von beiden geht trotzdem mit einer Liste im Kopf ins Bett. Diese zwölf Fragen machen sichtbar, wo die Denkarbeit liegt.

So beantwortest du die Fragen

Lies jede Frage und antworte mit ja oder nein, so wie es diese Woche war, nicht wie es sein sollte. Zähl die Ja mit. Drei Minuten, mehr braucht es nicht.

Die zwölf Fragen

  • Du weißt, wann dein Kind das nächste Mal zur Vorsorge muss, ohne nachzusehen.
  • Wenn Kleidung zu klein wird, fällt es dir auf, bevor jemand danach fragt.
  • Du kennst die Namen der Freundinnen und Freunde deines Kindes und die der Eltern dazu.
  • Du weißt, was im Kühlschrank fehlt, ohne hineinzuschauen.
  • Geschenke für Geburtstage, Kita und Verwandte liegen bei dir.
  • Du bemerkst als Erste, wenn ein Formular, ein Beitrag oder eine Frist ansteht.
  • Wenn du krank bist, läuft der Haushalt anders, nicht nur langsamer.
  • Du wirst gefragt, wo Dinge sind, auch von Erwachsenen.
  • Du planst Urlaube, Betreuung in den Ferien und die Fahrten dorthin.
  • Du denkst an Dinge, die erst in drei Wochen anstehen, während du etwas anderes tust.
  • Du wachst nachts auf und dir fällt etwas Unerledigtes ein.
  • Wenn du etwas abgibst, wirst du danach gefragt, wie es geht.

Was deine Antworten bedeuten

Das hier ist kein Test mit Auswertungsbogen. Zwölf Fragen ergeben keine Diagnose, und niemand sollte dir etwas anderes erzählen. Sie zeigen dir aber ziemlich genau, wo die Denkarbeit in eurem Haushalt sitzt.

Bis vier Ja

Die Zuständigkeit verteilt sich bei euch. Es gibt Bereiche, an die jemand anderes denkt, ohne dass du erinnerst. Wenn du trotzdem erschöpft bist, liegt es wahrscheinlich woanders, zum Beispiel an zu wenig Schlaf oder an einer Phase, die gerade viel abverlangt.

Fünf bis acht Ja

Der typische Stand in Familien mit kleinen Kindern. Einiges ist verteilt, das Denken daran aber nicht. Hier lohnt sich die Frage, welcher einzelne Bereich wirklich wechseln könnte, mit allem, was dazugehört.

Neun oder mehr Ja

Du bist der Kalender, das Lager und die Erinnerungsfunktion deiner Familie. Das ist keine Charakterfrage und kein Organisationstalent, das du leider hast. Es ist eine Rolle, die sich eingeschliffen hat, oft ab der Elternzeit, und die bleibt, bis jemand sie aktiv ändert.

Die Frage ist nicht, wer mehr arbeitet. Die Frage ist, wer vergisst, wenn niemand erinnert.

Die zwei Fragen, auf die es ankommt

Wenn du nur zwei aus der Liste behalten willst, dann die Nummern sieben und zwölf. Was passiert, wenn du krank bist? Und wirst du gefragt, wie etwas geht, nachdem du es abgegeben hast?

Beide zeigen dasselbe: ob eine Aufgabe wirklich bei jemand anderem liegt oder ob du weiterhin die Rückfallposition bist. Solange du gefragt wirst, bist du zuständig.

Was du jetzt damit machst

Such dir aus deinen Ja-Antworten eine einzige heraus, am besten eine, die sich wöchentlich wiederholt. Kita-Tasche, Essensplanung, Geschenke, Arzttermine. Diese eine gibst du ab, vollständig, mit dem Denken daran.

Wie das geht, ohne dass du zwei Wochen später wieder erinnerst, steht hier: Mental Load abgeben, die Übergabe in zwanzig Minuten. Und warum eine gerechte Aufteilung allein selten reicht, erklärt dieser Artikel: Mental Load ist keine Frage der Gleichberechtigung.

Wenn gerade niemand da ist, an den du abgeben kannst, hilft der andere Weg: weniger Entscheidungen. Alles, was einmal entschieden ist und danach abläuft, fällt aus deinem Kopf heraus. So arbeitet auch Wichtelgold, unser Planer für die Wichtelzeit.

Michaela und Marion sitzen nebeneinander auf einer Treppe

Michaela und Marion

Wir sind zertifizierte Coaches, Mütter von drei Kindern und bauen Werkzeuge, die Familien Entscheidungen abnehmen. Weil ein Alltag nicht leichter wird, wenn man sich mehr Mühe gibt, sondern wenn weniger im Kopf hängen bleibt.

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